Vom Volkstheater auf kleinen Bühnen zum modernen Figurentheater
 
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Eine Ausstellung über Theater, die mit Schaustellerwagen durch die Provinzen Deutschlands zogen – Volkstheater auf kleinen Bühnen. Es war Hugo Genzel, der Marionettenspieler, der mit dem Figurenfundus des Theaters Wilhelmi (1880 – 1908) im Jahr 1911 seine eigene Bühne gründete. Doktor Faust, Genoveva und Don Carlos standen auf dem Spielplan. Wirtshaussäle wurden zu kulturellen Zentren – Don Juan zwischen zwei Bieren und Kartoffelsalat. In den Jahren 1919 und 1920 gastierte die Bühne häufig in Berlin. Große Erfolge feierte auch das Marionetten-Theater Molé aus Berlin mit seinen Varieté Figuren in den 1930er Jahren im Friedrichstadtpalast – Stelzenläufer, Bauchtanz, Ginger Rogers und Fred Astaire. Im zweiten Weltkrieg war Georg Deininger mit Dr. Faust und Gretchen in Sachen Frontbetreuung unterwegs. Das Puppentheater-Museum zeigt erstmals diese seltenen, kulturhistorisch wichtigen Zeugen aus einer Zeit, in der ein Theaterbesuch verschiedentlich mit einer Gurke oder einer Handvoll Kartoffeln beglichen wurde. Den Übergang zum modernen Figurentheater repräsentieren Rita Ziegler, Peter Steinmann, Hans Jürgen Fettig und Ben Vornhold – bei nur wenigen deutschen Figurentheatern manifestiert sich die Verbindung der darstellenden Kunst mit der bildenden Kunst so deutlich wie in seinem Theater.
 
Führungen für Gruppen nach Anmeldung unter
Tel.: (030) 687 81 32