Zur Geschichte des Puppentheaters
       

 

     
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Die wissenschaftliche Forschung auf dem Gebiet Puppentheater findet erst seit Anfang des 20. Jahrhunderts statt. Die Meinungen über den Ursprung dieser wohl ältesten Form der dramatischen Darstellung gehen auseinander.

Sicher ist, dass das Puppentheater vor unserer Zeitrechnung entstanden ist. Priester alter Kulturen bedienten sich der beweglichen Figuren, um die Einbildungskraft der Gläubigen zu beeinflussen. Theaterpuppen entwickelten sich aus diesen Kultfiguren erst später. Erst die dramatische Handlung, der Dialog und die Bühne kennzeichnen das Theater mit Puppen.

Das Repertoire der Puppenspieler früherer Zeiten war ganz auf das Verständnis und die Erwartungen des erwachsenen Zuschauers abgestimmt. Puppentheater waren Theater für Erwachsene, zum Kindertheater entwickelte es sich erst im Laufe des 19. Jahrhunderts. Viele bedeutende Schriftsteller und Dichter haben für das Puppentheater geschrieben. Von Johann Wolfgang von Goethe stammt das bekannte Puppenspiel "Das Jahrmarktsfest zu Plundersweilern". Die Inspiration zu seinem großen Werk "Faust" erhielt er u.a. aus der Aufführung eines Marionettentheaters. Namhafte Literaten wie August Mahlmann, Clemens Brentano, Joseph von Eichendorff, George Bernhard Shaw, Maurice Maeterlinck, Arthur Schnitzler, Tankred Dorst und viele andere schrieben Stücke für das Puppentheater.

Die unterschiedlichsten Erscheinungsformen und Spieltechniken des Puppentheaters (Handpuppen, Marionetten, Schattenfiguren u.a.) haben jeweils ihre eigene Entwicklungsgeschichte.
 
 
 
 
 
  Jules David. Lithograghia 1850